Australische Tierwelt

Australische Tierwelt

Dank der Abgeschiedenheit Australiens konnten Fauna und Flora sich hier ungestört und unbeeinflusst vom Rest der Welt entwickeln. Daher findet man in Australien so viele Tiere und Pflanzen, die auf keinem anderen Kontinent zu Hause sind. Es lohnt sich also, sich die lustigen Vier-und Zweibeiner, Wassertiere und Blumenpracht genauer anzusehen!

Australien ist nicht nur bekannt für seine Kängurus und Koalas, es hat auch den berüchtigten Ruf, einige der giftigsten und gefährlichsten Tiere der Welt zu beherbergen. Spinnen, Schlangen, Krokodile, Quallen und anderes Getier sind in der Tat mit Vorsicht zu geniessen, denn sie teilen sich oft Haus und Garten mit den Menschen. Trotz allem sind die Chancen, die meist scheuen Gifttiere zu sehen, eher gering: wer Interesse hat, kann sie jedoch im Zoo, Aquarium oder Wildlife Sanctuary besuchen.

Känguru

Die großen, roten Kängurus sind wahrscheinlich die berühmtesten Vertreter Australiens. In Australien leben 62 bekannte Känguruarten, wobei die Tiere zwischen 1-60 Kilo wiegen können! Generell sind Kängurus freundlich und neugierig, man darf jedoch nicht vergessen, dass sie an den kräftigen Füßen eine lange Kralle haben, mit der sie bei Bedarf kräftig zuschlagen und ernsthafte Wunden verursachen können. Kängurus sind die einzigen Großtiere, die sich hüpfend vorwärts bewegen. Über kurze Strecken können sie dabei eine Geschwindigkeit von bis zu 65-70km/Std erreichen! Kängurus sind generell aber eher gemütlich unterwegs; sie verbringen ihre Tage damit, Gras zu zupfen oder im Schatten eines Baumes zu dösen. Kangurus und ihre kleineren Vertreter, die Wallabies, sind recht häufig in freier Wildbahn zu beobachten. Das Fleisch der wilden Kängurus ist gesund und mager.

Koala

Koalas gehören nicht, wie man annehmen könnte, zur Familie der Bären, sondern zu den Beutlern. Auch wenn sie kuschelig aussehen, sollte man einen Koala in der Wildnis auf keinen Fall anfassen oder verfolgen: sie haben scharfe Krallen und spitze Zähne! Wie die Kängurus tragen Koalas ihre Jungen in einem Beutel herum, wo sie Muttermilch trinken und wachsen. Koalas werden bis zu 15kg schwer und verbringen den Großteil ihres Lebens auf Eukalyptusbäumen, wo sie die harten, stark riechenden Eukalyptusblätter fressen. Koalas sind die einzigen Tiere, die sich ausschliesslich von diesen Blättern ernähren: sie sind schwer verdaulich und für andere Tierarten sogar giftig. Ein Mythos ist es, dasa Koalas von den Eukalyptusdämpfen ‚high‘ werden und sich deshalb kaum bewegen. Sie sind gemütlich von Natur aus und beugen durch einen seditativen Lebensstil Überhitzung vor. Koalas haben keine natürlichen Feinde in Australien, sie sind jedoch stark bedroht von Waldrodung durch den Menschen und daher immer seltener in freier Wildbahn zu sehen.

Schnabeligel

Der Schabeligel (Echidna) ist eine ganz besondere Igelart. Extra lange Stacheln schützen den Schnabeligel vor Angriffen, und mit der langen Schauze können sie tief in Ameisenlöchern und anderen Verstecken nach Futter graben. Die Zunge des Schabeligels kann bis zu 18cm lang herausschnellen um Ameisen und Insekten zu schappen! Schnabeligel leben in Erdbauten, die sie mit ihren kräftigen Krallen ausheben. Dort hinein legen sie Eier und ziehen ihre Jungen auf. Schnabeligel sind auch häufig in den Städten zu Hause; wer die Augen offen hält, entdeckt vielleicht einen!

Wombat

Die lustigen Wombats sind auch eine rein Australien-spezifische Art. Wombats sind scheue Tiere, die tagsüber meist in ihrem Bau schlafen; daher sind sie eher selten in freier Wildbahn zu beobachten. Im harten Wettbewerb mit Farmern und nächtlichen Autofahrern sinken ihre Zahlen stetig. Wombats leben in Großfamilien und graben unterirdische Tunnelsysteme, welche die verschiedenen Höhlen miteinander verbinden. Wombats verbringen ca. 2/3 ihres Lebens unterirdisch und schlafen sehr viel. Ihre Nahrung besteht aus Gras und Grünpflanzen. Ein Wombat kann bis zu 25 Jahre alt werden! So wie auchu Kängurus und Koalas tragen Wombats ihre Jungen in einem Beutel.

Schnabeltier

Das australische Schnabeltier (Platypus) ist wohl eines der interessantesten der australischen Tierarten. Das Schnabeltier ist ein eierlegendes Säugetier, das sowohl im Wasser als auch zu Land lebt. Das Schnabeltier benutzt elektronische Rezeptoren in seinem gummiartigen Schabel, um Nahrung im Schlamm von Bächen und Seen aufzuspüren. Die Männchen haben einen giftigen Stachel an den Hinterbeinen, und die Weibchen sondern Milch durch ihre Haut ab. Die Jungen schlüpfen aus Eiern in einem Bau, werden dann jedoch von der Mutter gesäugt. Ein wahrlich faszinierendes Tier! In ihrer natürlichen Umgebung sind Schnabeltiere eher selten zu beobachten, jedoch kann man sie im Aquarium von Sydney besuchen.

Insekten und Krabbeltiere

Australien beheimatet ca. 220,000 verschiedene Insekten- und Spinnenarten, darunter einige der giftigsten Spinnen der Welt. Schnell geplagt wird man von den großen Kakerlaken, die sich in der heimischen Küche am wohlsten fühlen. Und die gemeine Hausfliege kann im Outback zur wahren Plage werden, wenn sie zu hunderten auf der Suche nach Wasser um die Köpfe der Menschen surren. Ein Fliegennetz ist ein absolutes Muss für jeden Besuch im Outback!

Auch Spinnen fühlen sich in Haus und Garten wohl, wobei die wenigsten davon wirklich gefährlich sind. Der große braune Huntsman beispielsweise bietet mit seinem handgroßen Umfang und langen Fanzähnen einen erschreckenden Anblick, jedoch ist er ein harmloser und sogar nützlicher Bewohner: er baut keine Nester sondern macht mit unglaublicher Geschwindigkeit Jagd auf Kakerlaken und andere Insekten. Im Normalfall sind Spinnen scheu und nehmen lieber Reißaus als uns Menschen zu nahe zu kommen, aber um auf der sicheren Seite zu sein sollte man keine Spinne anfassen oder in die Enge treiben!

Reptilien und Amphibien

Ausralien beheimatet auch einige der giftigsten Schlangenarten der Welt. Der berüchtigte Taipan, die giftigste Schlange der Welt, ist die größte Giftschlange Australiens. Auch die King Brown Schlange, die im Outback zu Hause ist, ist extrem giftig und scheut nicht davor zurück, dieses Gift zur Verteidigung einzusetzen. Die meisten Schlangenbisse passieren, weil die Schlange erschrickt oder sich in die Enge getrieben fühlt. Daher sollte man auch gut überschaubaren Wegen bleiben und kräftig mit den Füßen aufstampfen; Schlangen haben somit Zeit, sich zu verstecken.

Zu den australischen Reptilien und Amphibien gehören auch Krokodile, Echsen, Eidechsen, Frösche und Schildkröten. Die karbenfrohen Echsen sind auch in den Städten öfter zu beobachten, und wer Glück hat, findet vielleicht einen der berühmten Blue Tongue Lizards in seinem Garten! Fernhalten sollte man sich jedoch von Gewässern und Stränden, in denen Krokodile zu Hause sein könnten. Die australischen Salzwasserkrokodile sind Meister der Tarnung und bewohnen Salz- wie auch Süßwassergebiete. In Australien kann sich auch mit giftigen Froscharten brüsten, es ist daher eine gute Idee, nichts anzufassen, das man nicht kennt.

Australische Meeresbewohner

Die ozeanischen Gewässer um Australien herum sind ein Paradies für Surfer, Schnorchler, Taucher; andere Wassersportfanatiker und Meeresbiologen. Das Meer bietet hier eine ungeheure Artenvielfalt, die nirgendwo anders zu sehen ist. Das Great Barrier Reef vor der Küste Queenslands ist wohl das berühmteste Beispiel hierfür: als der größte lebene Organismus ist das Riff sogar vom Weltraum aus sichtbar! Im Great Barrier Reef allein leben ca. 1500 Fischarten, 350 verschieden Korallenarten, 4000 verschiedene Arten Muscheln und 10,000 Arten Schwämme – und viele sind noch unentdeckt. Von den kleinsten bis zu den größten Meeresbewohnern ist hier alles zu sehen: Wer Australiens Küste zwischen Mai und Oktober bereist, kann die Migration der Wale beobachten.

Natürlich finden sich in Australien auch unter Wasser jede Menge giftige und gefährliche Meeresbewohner. Generell wird vom Schwimmen bei Dämmerung abgeraten, da die Haie zu dieser Zeit aktiv werden und auch in Küstennähe jagen. Wer in Australien schnorchelt oder taucht, kann vielen freundlichen Haien begegnen, aber natürlich leben hier auch Vertreter der großen Haiarten wie der Tiger Shark oder Great White. Des Weiteren finden sich in Australien Arten von tödlichen Quallen, die zu bestimmten Jahreszeiten ganze Küstenstrecken zum Sperrgebiet machen. Kleinere Gifttiere wie bestimmte Meeresschnecken, der Blue Ring Octopus oder Meeresschlangen sind zwar wunderschön anzuschauen, aber nur auf Distanz zu geniessen.